Grünwald. Wie gut sind Deutschland und Bayern auf neue Bedrohungen durch Drohnen, Spionage und Angriffe auf kritische Infrastruktur vorbereitet? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer bei einem Austausch mit der DEFCOM Holding GmbH am Unternehmenssitz in Grünwald.
Im Gespräch mit Franziska Bäurle (Founder & Co-CEO) und Matthias Spott (Founder & Co-CEO) standen die aktuellen Herausforderungen der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft sowie insbesondere der Schutz kritischer Infrastruktur im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt lag auf modernen Systemen zur Drohnenerkennung und -abwehr, die dazu beitragen sollen, sensible Einrichtungen wie Flughäfen, Energieversorger, Krankenhäuser und Logistikzentren frühzeitig vor möglichen Bedrohungen zu schützen.Ein Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Bedrohung durch kleine und niedrig fliegende Drohnen. Flughäfen, Energieversorger, Industrieanlagen, Logistikzentren oder auch Großveranstaltungen stehen zunehmend vor der Herausforderung, neben ihren Liegenschaften auch den bodennahen Luftraum zuverlässig zu überwachen.
DEFCOM entwickelt hierfür Technologien zur Drohnenerkennung und -abwehr für kritische Infrastruktur und den zivilen Bereich. Die Systeme sollen Drohnen frühzeitig erkennen, klassifizieren und verfolgen und Betreibern damit ein belastbares Lagebild zur Bewertung möglicher Gefahren zur Verfügung stellen.
Gerade im zivilen Umfeld ist dabei entscheidend, zwischen regulärer Drohnennutzung und einer tatsächlichen Bedrohung unterscheiden
Ein weiteres Kernthema war die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und innovativen Unternehmen. Um neue Technologien schneller aus Entwicklung und Erprobung in den praktischen Einsatz bringen zu können, braucht es verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und unbürokratische Verfahren.
Kerstin Schreyer betont: „Wir müssen neue Sicherheitsrisiken ernst nehmen und dafür sorgen, dass unsere Unternehmen und unsere kritische Infrastruktur besser geschützt sind. Gute technische Lösungen allein reichen nicht. Wir brauchen auch klare Zuständigkeiten, praktikable rechtliche Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Stellen.“
Franziska Bäurle, Founder & Co-CEO von DEFCOM, ergänzt: „Der Schutz kritischer Infrastruktur endet heute nicht mehr am Werkszaun. Wir müssen auch den bodennahen Luftraum in unsere Sicherheitskonzepte einbeziehen. Gerade im zivilen Bereich reicht es dabei nicht, eine Drohne lediglich zu erkennen. Wir müssen verstehen, was dort fliegt, welche Gefahr tatsächlich besteht und welche Reaktion technisch sinnvoll, verhältnismäßig und rechtlich zulässig ist. Und das in Sekundenschnelle. Dafür brauchen wir Technologie, klare Prozesse und vor allem die Möglichkeit, neue Systeme unter realen Bedingungen zu erproben.“
Zum Abschluss des Gesprächs wurde die Bedeutung heimischer Innovationen für die die technologische Souveränität und Sicherheit Deutschlands hervorgehoben. Ein engerer Austausch zwischen den Ressorts für Wirtschaft und Inneres sowie der gezielte Abbau bürokratischer Hürden könnten dazu beitragen, innovative Sicherheitstechnologien schneller zum Einsatz zu bringen.